Montag, 24. Februar 2014

KÖLNER KARNEVAL FÜR ANFÄNGER!

Liebe Lesefreunde! 

Nun ist es bald wieder soweit und die fünfte Jahreszeit beginnt: 


der Kölsche Karneval

Diesen Post schreibe ich vor allem für meine Freundin Alexandra, die keine gebürtige Rheinländerin ist und für die der Kölsche Karneval sicherlich ein Buch mit 7 Siegeln ist. 

Die Straßen-Karneval findet meist Ende Februar statt. 
Die Karnevals-Session allerdings beginnt bereits am 11.11. des Vorjahres. Ab diesem Tag starten die Karnevalsvereine damit, ihre Teilnahme am Karnevalszug vorzubereiten. Das Thema wird festgelegt und die Kostüme werden entworfen und genäht. In größeren Städten bzw. bei größeren Karnevalsvereinen werden auch die Karnevals-Wagen für die Karnevalszüge entworfen und zusammen gebaut. 

Den Höhepunkt eines jeden Karnevalszuges bilden die Tollitäten: 
Bauer, Prinz und Jungfrau (allesamt von Männern (!) dargestellt). 

Auch bereits ab 11.11. finden die ersten Karnevalssitzungen statt. Dort treten Büttenredner auf, es gibt Tanzpaare bestehend aus dem Funkemariechen und seinem Tanzoffizier, es werden mehr oder weniger bekannte Karnevalslieder gesungen. 
Das Publikum sitzt an langen Tischreihen und singt, feiert, schunkelt und tanzt mit. 

An Weiberfastnacht - hier im Rheinland auch Wieverfastelovend genannte - wird dann der Straßenkarneval eröffnet. 
An diesem Tag übernehmen ab 11 Uhr 11 die "Weiber" die Macht. Den Männern werden die Krawatten abgeschnitten, die als Symbol der männlichen Macht gesehen werden. Als Entschädigung gibt es von den "Weibern" meist ein Küsschen oder wie man hier im Rheinland sagt: ein Bützchen

Der Höhepunkt des Kölner Karnevals bildet der Rosenmontagszug in Köln! Dieser läuft über 7 km durch die ganze Innenstadt und dauert 5 Stunden. Es ist wirklich ein Erlebnis den Rosenmontagszug einmal live mit zu erleben! Wobei es mit kleinen Kindern weniger zu empfehlen ist, weil hier sehr große Menschenmassen aufeinander treffen. Das diesjährige Motto des Zuges lautet: 

(für alle Nicht-Kölner: "ZUKUNFT, WIR SPINKSEN WAS KOMMT)

Aber auch in jedem noch so kleinen Dörfchen gibt es einen Karnevalszug, der mit genau soviel Liebe und Fleiß vorbereitet worden ist! 

Am meisten Spaß macht es unserer Familie allerdings sich zu verkleiden und teilweise schon Monate vorher an seinem Kostüm zu basteln. Wir sind auch keine typischen "Jecken" (Narren) und unser karnevalistisches Treiben beschränkt sich meist darauf den hiesigen Karnevalszug anzusehen. Aber Spaß haben wir trotzdem dabei! 

Da hätte ich doch fast etwas vergessen: es gibt sogar so eine Art "Schlachtruf" der Kölner Jecken. Wo man geht und steht hallt einem zu Karneval ein fröhliches KÖLLE ALAAF entgegen!
Aber Vorsicht: schon in Düsseldorf lautet dieser Schlachtruf nicht mehr ALAAF, sondern HELAU. Um die Konkurrenzsituation zwischen Köln und Düsseldorf zu erklären wäre ein gesonderter Post nötig. Ich sage nur: Kölsch vs. Alt

Sein Ende findet der Karneval dann an Aschermittwoch bzw. in der Nacht davor. Zur Karnevalszeit hängt an vielen Kneipen eine Puppe aus Stroh - der so genannte NUBBEL. Dieser wird in der Nacht zum Aschermittwoch abgehangen und feierlich durch die Straßen getragen um letztendlich verbrannt zu werden. Er soll für die von den Jecken an Karneval begangenen Sünden büßen! 

Am Aschermittwoch wird in der Kirche die 40 tägige Fastenzeit begonnen und die Christen erhalten ein Aschenkreuz auf die Stirn. 


Also seid gewarnt: 
am Donnerstag, den 27.02.2014 jeht et widder los! 

Bis dahin! 
Kölle Alaaf! 
YPSILON


PS: 
Dieser Post wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Wohl wissend, dass es bestimmt noch mehr wunderbare Sitten und Bräuche an Karneval gibt. Also seht es mir nach, falls ich etwas vergessen haben sollte! 


1 Kommentar:

  1. Also, das nenne ich mal eine informative Erklärung, warum ihr immer um die gleiche Zeit in Köln so verkleidet und außer Rand und Band durch die Gegend läuft!
    Danke, liebe Yvonne!
    Für einen Norddeutschen sind es ja immer komische Anwandlungen;-))
    Kölle Alaaf und viel Spaß, deine Kirsten

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